Die Vielfalt europäischer Haarfarben

Weltweit gesehen haben fast alle Menschen dunkle Haare. Nur die Europäer und deren Nachkommen weisen Vielfalt in der Haarfarbe aus (wenn man mal von solchen Phänomen wie den australischen Ureinwohnern absieht, bei denen es überraschend viele blonde Haare gibt). Wo aber ist die Vielfalt am größten? Tipp: Die Griechen scheiden aus, da die sich ganz überwiegend schwarzhaarig präsentieren. Auch die Schweden kommen nicht in Frage, da die fast so blond sind wie die Griechen dunkel.

Glücklicherweise stellt die Biologie (genauer gesagt die Ökologie) rechnerische Verfahren zur Verfügung, mit denen sich Vielfalt ermitteln lässt. Eine dieser Methoden geht vom Informationsgehalt eines Systems aus. Beispiel: In einem Biotop gibt es nur Mücken. Hier ist die Frage leicht beantwortet, welche Tierart einem als nächstes begegnen wird. Das Mückenbiotop verfügt also über einen sehr geringen Informationsgehalt = geringe Vielfalt. Ganz anders im tropischen Regenwald. Hier kann mich ein hübscher Schmetterling genauso überraschen wie eine Giftschlange. Hohe Ungewissheit = hoher Informationsgehalt = große Vielfalt.

Das Verfahren geht von den relativen Häufigkeiten der einzelnen Tierarten aus, die mit ihrem Logarithmus multipliziert werden. So werden die legendären „Bits“ ermittelt (wobei uns die technischen Einzelheiten nicht interessieren).  Die Einzelwerte werden über alle Tierarten addiert, womit sich der Gesamtinformationsgehalt eines Systems ergibt.

Natürlich funktioniert dieses Verfahren nicht nur bei Tierarten, sondern auch bei Menschen mit bestimmten Haarfarben. In der Tabelle unten sind die Häufig-keiten blonder, roter, brauner und schwarzer Haare für eine Reihe von europäischen Bevölkerungen aufgeführt. Die 0,5800 bei Finnland unter „blond“ ist so zu lesen, dass 58% aller Finnen blonde Haare haben.  Die einzelnen Werte habe ich entnommen aus:  http://www.theapricity.com/forum/showthread.php?35882-New-Hair-and-Eye-color-statistics-

In der zweiten Spalte von rechts wurde unter H der jeweilige Informationsgehalt  berechnet. Je höher H, desto größer die Vielfalt. Ganz unten findet sich eine Nation namens Test. Die gibt es natürlich nicht. Hier ging es um die Frage, wie das theoretisch denkbare Maximum von H aussieht. Das ist erreicht, wenn alle vier Haarfarben die Häufigkeit von 0,25 (= 25%) aufweisen. In der Spalte ganz rechts (H/Hmax) habe ich den jeweiligen H-Wert durch das maximale H (das von Test) dividiert und in Prozent ausgedrückt. Die 75,6% von Belarus beispielsweise sind so zu lesen: Belarus erreicht 75,6% der maximal denkbaren Vielfalt.

Die Berechnung macht es leicht, die verschiedenen Bevölkerungen zu vergleichen. Wie man sieht, bildet Schottland den Spitzenreiter. Das liegt unter anderem daran, dass es dort besonders viele Rotschöpfe gibt. Den Bravehearts dicht auf den Fersen sind die Engländer. Aber auch die Norweger, Deutschen und Niederländer halten noch Tuchfühlung.EuroHaar

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